Täglich hören wir die Frau im Bett
sechs bis sieben Muskelmänner lieben.
Täglich rülpst sie irgendein Sonett,
dass Picassos von den Wänden fliegen.
Täglich wird die Dame dreist und dreister
und verspeist Garnelen oder Schnecken.
Hunger scheint die letzten Lebensgeister
aus dem allertiefsten Schlaf zu wecken.
RAUSWURF
Alte Alleswisser werden
an die frische Luft gesetzt.
Denn sie können niemals merken,
dass sie alle schlimmer nerven,
als das hohle Hier und Jetzt.
Raus aus diesem schönen Haus.
Packt schnell eure sieben Sachen,
wandert, mitsamt Mann und Maus,
in die fernsten Länder aus
und schreibt nette Ansichtskarten.
GROTESKE GEWOHNHEITEN
Mein Schatz! Mein Hoppelhase!
Die lieben Menschen ändern sich.
Die Ohrenbohrer bohr’n genüsslich
an einer lauten Straße,
in ihrer dicken fetten Nase.
Mein Honigkuchenpferd!
Die Arschkratzer sind der Hit!
Sie kratzen sich im feuchten Schritt
– und haben selten sich beschwert,
wenn man mit bösen Blicken nervt.
HINZKUNZIEN
Nach gewohnter Alltagspflicht,
suchen sie der Flaschen Pfand.
Alle geh‘n durchs Flackerlicht.
Alle tragen Zehn-Kilo-Gewicht
in der rechten Zitterhand.
Erst verlieren Hinz und Kunz
den restlichen Unverstand.
Hinterher erklär’n sie uns,
das ist wahre Lebenskunst –
in dem altgebor‘nen Land.
RÜCKZUG
Vielleicht geh’n sie wieder raus,
wenn sie keinen Tropfen spüren.
Vielleicht sitzen Mann und Maus
still in ihrem alten Haus,
um die Suppe sanft zu rühren.
Himmel atmen tiefes Grau.
Blätter wirbeln auf den Wegen.
Küsse, wie Sandpapier rau,
von so mancher schönen Frau,
bleiben letzter Trost im Leben.
Tote agieren bemooste Sollufer
ANAGRAMMGEDICHT
Tote agieren bemooste Sollufer
Liebesgoetter saufen Motoroel
laue Eibengrotte Folterosmose
lob Meteorit treulose Ofengase
Osloer filme teerote Butanegos